DIE ZEITSCHRIFT FÜR AKTIVES BEWUSSTSEIN

 

Marlis Bach
Der Luftmotor
Kraftfahrzeuglobby contra Alternativtechnologie

 
    Können Sie sich ein Auto vorstellen, dessen Abgase reiner als unsere Luft sind? Die Firma MDI aus Frankreich hat sich mit Erfolg an das Thema luftbetriebener Motor herangewagt. Der Vorstand, Martin Marschner, und der ehemalige Formel-1-Motorkonstrukteur, Guy Negre, haben nach jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit einen mit 24 Patenten rechtlich abgesicherten Luftmotor gebaut.  
 

Der Lufttank ist in die Karosserie eingebaut, hauptsächlich am Boden, aber auch in den Seitenwänden - eine neuartige Lösung für die Tankunterbringung. Das Prinzip eines Luftmotors ist an und für sich einfach: Beim Ausdehnen der verdichteten Luft wird Energie frei, die einen Kolben bewegt, dessen Kraftübertragung zu den Antriebsrädern führt. Es handelt sich um einen Zwei-Zylinder-Motor, mit einem Gewicht von 35 kg und einem Hubraum von 980 ccm. Die ausgedehnte Luft fließt durch ein Reinigungsfilter nach außen. Die sogenannten "Abgase" (man könnte diese in Erfrischungsabluft umtaufen) verbessern sogar die Luftqualität. Für eine Weltstadt wie Mexico City ist dieses Auto die große Hoffnung, die Probleme mit der schlechten Luft in den Griff zu bekommen. Für diese Stadt sollen jährlich 35.000 Autos produziert werden. Als Einführung sind bereits 2.000 Luftautos angefordert. Auf der Basis von Lizenzverträgen werden weltweit Verhandlungen um zukünftige Produktionsstätten geführt. Auch in Österreich ist eine Anlage im EU-förderungswürdigen Burgenland geplant.
Die Fakten sind ein 30-PS-Motor, der das Auto auf eine Geschwindigkeit von 110 km/h antreiben kann und ein Wartungsintervall von 100.000 Kilometern. Eine Lufttankfüllung reicht für eine Fahrtstrecke von 200 km. Dann wird der Bordkompressor an eine Steckdose angesteckt und das Luftauto ist nach drei Stunden wieder voll fahrtüchtig.
Einmal
Volltanken kostet hierbei nur zirka öS 21,-. (Darf es überhaupt möglich sein, so billig zu tanken?)
Man stelle sich einmal vor, welch eine Wohltat es sein muss, in einer Großstadt frei atmen zu können. Am Wochenende müssten die Großstädter nicht mehr aufs Land flüchten. Wir könnten uns wieder wie unsere Großeltern von annodazumal fühlen. Das Luftauto ist ja nicht nur sauberer, sondern auch leiser als das Kraftstoffauto. Diese Erfindung klingt unglaublich. Man fragt sich fast unwillkürlich, ob das nun wieder eine dieser phantastischen Meldungen ist, von denen man einmal etwas hört und dann nie wieder. Sind wir nicht schon oft genug in die Irre geleitet worden? Die Kraftfahrzeuglobby ist ein entschiedener Gegner des Luftautos. Argumente wie "der Wirkungsgrad ist zu niedrig, dass der Motor vernünftig laufen könnte" werden als Schutzschild gegen die Bedrohung dieses Wirtschaftszweiges angewandt. Auch das Pulsarteam war skeptisch, aber wir haben uns von den Chefs überzeugen lassen und sie deshalb für unseren Kongress "Neue Weltbilder - Neue Technologien" von 29. - 31. 10. eingeladen. Am Pulsar-Kongress in Wein stellte daher die Firma MDI aus und die Erfinder standen vorort Rede und Antwort. Das Kernstück, den Luftmotor, konnten Sie sich hier erstmals und exklusiv ansehen.

 
    Nähere Informationen :
M D I
Martin Marschner
3405, 4 Avenue
F-06516 Carros
Fax: 0033/4/97 10 20 21
Email: cqfd.ad@free.fr
 
   

Zur Autorin: Dr. Marlis Bach ist promovierte Lebensmittelchemikerin und als Chefredakteurin beim Pulsar tätig.