Kann man Liebe erzeugen oder Sexualität lernen? Viele Paare spüren, dass Techniken und Gespräche allein nicht zu tiefer Verbundenheit und Liebe führen – und beginnen, neue Fragen zu stellen.
Was wir über Sexualität kaum lernen
In unserer Kultur ist Sexualität allgegenwärtig – in Bildern, Geschichten und Erwartungen. Gleichzeitig fehlt uns oft das intuitive Wissen darüber, wie Nähe entsteht, wie Lust genährt wird und wie Sinnlichkeit und Liebe über Jahre hinweg lebendig bleiben können. Viele Menschen haben gelernt, Sexualität zu „machen“, aber nicht, sie von innen heraus zu spüren.
Sexualität als intimste Form von Kommunikation
Sexualität ist eine der intimsten Formen von Kommunikation. Sie geschieht nicht nur zwischen zwei Körpern, sondern über Präsenz, Wahrnehmung und innere Offenheit. Erfüllte Sexualität entsteht dort, wo Menschen ganz in ihrem Körper ankommen und bereit sind, sich selbst zu fühlen – nicht, um etwas zu erreichen, sondern einfach zu sein.
Von der Leistung zur Empfindung
Making Love Retreats® öffnen einen Raum, in dem genau diese Erfahrung möglich wird. Es geht nicht um Techniken, Stellungen oder ein Ziel. Im Zentrum steht der Seinszustand, aus dem heraus Begegnung geschieht. Nähe zuzulassen, Berührung zu halten und mit der eigenen Empfindung in Kontakt zu bleiben, braucht Achtsamkeit, Zeit und Übung. Die Methode der Making Love Retreats®, entwickelt von Diana Richardson, versteht Sexualität als natürliche Lebens‑ und Liebesenergie. Diese Energie entfaltet sich nicht durch Steigerung oder Kontrolle, sondern durch Entspannung, Präsenz und bewusste Wahrnehmung. Daniela Talker und Patrick Huiber sind zertifizierte Making Love Retreat‑Leiter:innen und arbeiten auf Grundlage dieses körper‑ und achtsamkeitsorientierten Zugangs.
Die eigenen Bedürfnisse wieder spüren
Viele Menschen wissen wenig über ihre eigenen sexuellen Bedürfnisse. Warum habe ich Sex? Welches innere Bedürfnis möchte sich erfüllen – Nähe, Lebendigkeit, Sicherheit, Verbundenheit? Oder geht es mehr um Entspannung oder Stressabbau? In der körperlichen Erforschung dieser Fragen beginnt oft ein tiefgreifender innerer Wandel.
Das Wie entscheidet
Im Mittelpunkt steht nicht das Was, sondern das Wie. Es ist ein ursprünglicher, natürlicher Weg, durch den Liebe entsteht und Heilung möglich wird. Wie begegne ich mir selbst? Wie bleibe ich mit meiner Lust in Verbindung? Wie kann Erregung fließen, ohne dass Druck oder Zielorientierung entstehen? Lust wird nicht erzeugt – sie entsteht dort, wo Bewusstsein und Empfindung Raum bekommen.
Ein Nach Hause Kommen im Körper
Manche beschreiben diesen Prozess als ein Nach Hause Kommen in den eigenen Körper. Andere sprechen von einem Erwachen von Liebe in sich selbst und im Kontakt mit dem anderen – ruhig, klar und tief. Wie stille, spirituelle Flitterwochen.
Warum Sexualität uns verändert
Die Art und Weise, wie wir Sexualität leben, prägt unser Selbstbild, unser Wesen im Innen und Außen und damit auch unsere Beziehungen. In einer Gesellschaft, die von Berührungsmangel und Leistungsdenken geprägt ist, kann bewusste, natürliche Intimität zu einer kraftvollen Quelle von Heilung, Liebe und Lebendigkeit werden.
Und ja – das ist lebensverändernd. ■
