F. X. Mayr-Kur und deren Fastenunterstützung Memo für die Fastenzeit


Dr. Marlis und Kurt Bach

Die Mayr-Kur ist einerseits umstritten und andererseits als effektiver Jungbrunnen wiederentdeckt worden. Gesellschaften der Mayr-Ärzte liegen im Trend und deren Kliniken erfreuen sich eines großen Zulaufs. Der gesundheitliche Nutzen von Fastenkuren kann nicht oft genug betont werden.

Memo für die Fastenzeit

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Da eine richtige Fastenkur (NULL Kalorien – Wasser- oder Teefasten) für viele Menschen zu hart ist, hat der österreichische Arzt Franz Xaver Mayr eine mildere Form entwickelt, die aber in der Wirkung einer Fastenkur entspricht. Sein Ansatz waren die Neugeborenen: Sie kommen auf die Welt, ihr Verdauungsapparat ist noch ganz sensibel und vollkommen unbenutzt und die erste Nahrung, die sie erhalten, ist Muttermilch. Und über sechs Monate hinweg bekommen die Babys ausschließlich Muttermilch und verdoppeln dabei ihr Geburtsgewicht und der Verdauungsapparat funktioniert ganz wunderbar, auch OHNE Ballaststoffe.
Allerdings muss die Milch mühevoll aus der Brust herausgesaugt werden und wird dadurch gut eingespeichelt, vorverdaut und dadurch leicht verdaulich gemacht. Die Babys sind allein durch die Muttermilch vollwertig ernährt. F. X. Mayr hat dieses Prinzip für seine Darmreinigungskuren übernommen. Ein leicht verdauliches und vollwertiges Nahrungsmittel: die Milch. Zum Einspeicheln der Milch wird eine alte, normale, weiße, wertlose Semmel genommen. Dr. Mayr war es sehr wohl bewusst, dass die Semmel kein vollwertiges Nahrungsmittel ist, aber diese dient eben nur als Hilfsmittel, um Speichel zu bilden, das Kauen zu üben und die Milch dann vorverdauen zu können. Das Nahrungsmittel ist die Milch, möglichst frische und unbehandelte Milch (muss nicht unbedingt Kuhmilch sein)! Während der Kriegs- und Nachkriegsjahre verwendete er Getreideschleim, da die Milch eine Tuberkulosegefahr darstellte. Da sehr viele gesundheitsbewusste Menschen eine Ablehnung gegen normale Semmeln haben und auch gegen Kuhmilch, sind Alternativen wie Reiswaffeln statt der Semmeln und Soja- oder Haferdrink statt der Milch interessant geworden. Auf jeden Fall braucht man ein Nahrungsmittel zur Speichelbildung und zum Kautraining! Durch die Mayr-Kur lernt man gut zu kauen, auf den Sättigungsreflex zu hören, auf Zwischenmahlzeiten zu verzichten und vor allem das Abendessen wegzulassen. Eine F. X. Mayr-Kur wird in der Regel von einem Fastenarzt betreut, da viel Erfahrung notwendig ist, um mit etwaigen Fastenkrisen sicher umgehen zu können. Zu Beginn und auch während der Kur wird der Darm mittels salinischem Wasser (F. X. Passage-Salz, Bittersalz, Glaubersalz u. Ä.) von Essensresten und Schlacken gesäubert. An den Darmzotten kleben alte Nahrungsreste, die durch die tägliche Bittersalz-Gabe aufgeweicht und schließlich ausgeschieden werden. Bittersalz (Magnesium-Sulfat) hat dabei eine bessere Wirkung als die anderen Salze.
Während der Fastenzeit erleben wir eine besondere seelische Situation. Wir sind dünnhäutiger und empfänglicher für feinsinnige Stimmen und reagieren sensibler auf die Umwelt. Auch unsere Träume verändern sich in dieser Zeit. Es macht Sinn, ein Traumtagebuch zu führen, damit etwaige Themen, die ans Licht drängen, nicht unbemerkt bleiben.

Memo für die Fastenzeit

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Fastenunterstützende Handlungen

Bewegen Sie sich täglich! Schwimmen in angenehm warmem Wasser, Radfahren, Joggen, Power Walking, Nordic Walking oder Bergwandern – alles unterstützt den Fasteneffekt. Sie sollten mindestens 20 Minuten lang ins Schwitzen kommen und den Puls etwas erhöhen. Dies bringt den Kreislauf in Schwung und unterstützt außerdem die Entgiftung.


Trinken Sie während der Fastentage viel Kräutertee und stilles Mineralwasser. Mit einer Gesamt-Flüssigkeitsmenge zwischen 2 und 3 Litern unterstützen Sie den Körper dabei, Schlacken und Säuren auszuscheiden.


Guter und ausgiebiger Schlaf beruhigt und regeneriert das Nervensystem. Daher sollten Sie möglichst früh zu Bett gehen.


Wichtig ist außerdem die manuelle Bauchmassage durch einen fachkundigen Therapeuten, möglichst jeden Tag, aber zumindest zweimal pro Woche. Durch die Bauchbehandlung wird der Zustand des Verdauungsapparates diagnostiziert und die Kur kann optimal für den Kunden zugeschnitten werden. Die Massage führt zu einer Anregung des Darmes, Verspannungen lösen sich, der Tonus (Eigenspannung) erhöht sich und die Peristaltik (Bewegung) des Darmes wird gefördert.

Das Fastenbrechen

Das Fastenbrechen, oder auch „Abfasten“ genannt, ist eigentlich der schwierigste Part einer Fastenkur. Nach der Kur schmeckt jede Nahrung intensiver und besser. Gerade hierin ist Vorsicht geboten. Das gründliche Kauen braucht der Verdauungstrakt weiterhin und tut insbesondere dem Magen gut. Die Aufbautage sollten idealerweise ein Drittel der Fastenzeit ausmachen. Wer nach dem Fasten zu viel, zu schnell oder das Falsche isst, macht damit die wunderbaren Fasteneffekte zunichte. Sie können damit sogar ernste Verdauungsprobleme heraufbeschwören. Sie sollten weiterhin jeden Bissen gut einspeicheln und mit dem Essen aufhören, sobald sich ein leises Sättigungsgefühl einstellt.

Fasten kann eine perfekte Möglichkeit darstellen, die Ernährung umzustellen. Man weiß, dass Menschen mit einem Fastenerlebnis danach oft leichter zu einer gesünderen Ernährung finden als andere. Fettes, Salziges, Fleisch und Süßigkeiten schmecken vielen nach einer Fastenkur einfach nicht mehr so gut. Manche entdecken vegetarische Lebensmittel neu und können diese mehr genießen als vor der Fastenkur.

Hat der Verdauungsapparat erst mal wieder einen guten Gesundheitszustand erreicht, dann kann man sich auch ab und zu wieder einen Fehler in der Ernährung erlauben. Ein gesunder Darm verträgt so einiges, aber nicht im Übermaß und schon gar nicht auf Dauer! ■

Leser:

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Ausgabe 321 - Feber 2026

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  • Marlis Bach

    Zum Autor: Dr. Marlis Bach

    Ausbildung zur Biomedizinischen Laboranalytikerin, anschließend Studium der Technischen Chemie. Ab 1997 Redakteurin der Zeitschrift Pulsar und deren Chefredakteurin seit 2003. Organisatorin der Pulsar-Kongresse.

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  • Kurt Bach

    Zum Autor: Kurt Bach

    Gymnastik- und Yogalehrer und Heilmasseur, Mitgründer der Zeitschrift Pulsar 1989, langjährig deren Geschäftsführer. Assistent bei Biokinematik-Seminaren. Überzeugter Vegetarier seit dem 20. Lebensjahr.

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