Diverse Massage- und Therapieverfahren Die Kneipp Akademie


Ulrike Herzig

Die verschiedenen Massage- und Therapieverfahren spielen heute sowohl in der Gesundheitsvorsorge als auch in der medizinischen Behandlung eine bedeutende Rolle. Dabei ist jedoch entscheidend zu wissen, welche Berufsgruppen die jeweiligen Anwendungen durchführen dürfen und welche Ausbildungen dafür gesetzlich vorgeschrieben sind. Besonders in Österreich unterscheidet das Gesetz klar zwischen gewerblichen Massagen im Wellnessbereich und medizinischen Behandlungen bei kranken Menschen.

Fussreflexzonen

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Klassische Massage

Die klassische Massage zählt zu den bekanntesten und am häufigsten angewendeten Massageformen. Sie dient vor allem der Lockerung der Muskulatur, der Förderung der Durchblutung, der Schmerzlinderung sowie der allgemeinen Entspannung des Körpers. Eingesetzt wird sie unter anderem bei Muskelverspannungen, Rücken- und Nackenbeschwerden, Haltungsschäden, Stresszuständen oder Bewegungseinschränkungen. Medizinische Masseure arbeiten dabei unter Aufsicht. Was nicht heißt „Draufsicht“, während Heilmasseure auf ärztliche Anordnung nach entsprechender Ausbildung auch freiberuflich tätig sein dürfen.

Manuelle Lymphdrainage

Eine besonders spezialisierte Form ist die Manuelle Lymphdrainage. Sie unterstützt den Abtransport von Gewebsflüssigkeit und wirkt entstauend, abschwellend und schmerzlindernd. Anwendung findet sie beispielsweise bei Lymphödemen, Lipödemen, Schwellungen nach Operationen oder Verletzungen sowie bei venösen Stauungen. Diese Therapieform darf nur von entsprechend ausgebildeten Heilmasseuren, Physiotherapeuten oder Ärzten durchgeführt werden. Voraussetzung dafür ist eine spezielle Ausbildung in Manueller Lymphdrainage sowie eine medizinische Grundqualifikation gemäß dem Medizinischen-Masseur- und Heilmasseurgesetz. Darauf aufbauend kommt häufig die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie, kurz KPE, zum Einsatz. Sie kombiniert Manuelle Lymphdrainage, Kompressionsbandagierung, Bewegungstherapie und Hautpflege zu einem umfassenden Behandlungskonzept. Besonders bei schweren Lymphödemen oder Lipödemen stellt die KPE eine wesentliche therapeutische Maßnahme dar. Auch hier sind ausschließlich speziell ausgebildete Medizinische Masseure und Heilmasseure zur Durchführung berechtigt.

Akupunkt- und Fußreflexzonenmassage

Immer mehr Bedeutung gewinnt zudem die Akupunktmassage, kurz APM. Diese Methode basiert auf dem Gedanken der energetischen Regulation entlang der Meridiane und soll Funktionsstörungen im Körper ausgleichen. Sie wird unter anderem bei Wirbelsäulenproblemen, Gelenkbeschwerden, Migräne, Spannungskopfschmerzen oder vegetativen Beschwerden angewendet. Heilmasseure und Medizinische Masseure dürfen diese Therapieform medizinisch einsetzen. Auch die Fußreflexzonenmassage erfreut sich großer Beliebtheit. Durch gezielte Drucktechniken an bestimmten Reflexzonen der Füße sollen innere Organe und Körpersysteme positiv beeinflusst werden. Die Anwendung dient häufig der Entspannung, Stressreduktion, Förderung der Durchblutung oder Unterstützung der Selbstregulation des Körpers.

Heilmasseur:in

Besonders hervorzuheben ist, dass die Ausbildung zum Heilmasseur bzw. zur Heilmasseurin ein sehr breites berufliches Einsatzgebiet eröffnet. Neben der klassischen medizinischen Massage umfasst sie auch Spezialqualifikationen wie Manuelle Lymphdrainage, Komplexe Physikalische Entstauungstherapie, Elektrotherapie sowie Hydro- und Balneotherapie, wie auch Basismobilisation. Dadurch entsteht eine umfassende Qualifikation, die sowohl medizinische Kompetenz als auch die Möglichkeit zur Selbstständigkeit vereint und deutlich über die Möglichkeiten gewerblicher Massageausbildungen hinausgeht. ■

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